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Kampagnenerfolg im KI-Zeitalter: Erkenntnisse von den Webwinkel Vakdagen

Online marketing in the AI era

Künstliche Intelligenz ist überall im digitalen Marketing. Und genau deshalb entwickelt sich Server-side Tracking von einem „Nice-to-have“ für Spezialisten zu einer strategischen Priorität für Marketingteams. Das war die wichtigste Erkenntnis der Webwinkel Vakdagen: der größten E-Commerce-Messe in den Niederlanden, die jedes Jahr Tausende von Onlinehändlern, Marketern, Agenturen und Technologieanbietern in Utrecht zusammenbringt.

Dieses Jahr war TAGGRS nicht nur als Aussteller dabei, sondern auch auf der Bühne vertreten. Gemeinsam mit Lynn van Eijk, Campaign Managerin bei Flitsmeister, präsentierte unser Mitgründer und Head of Support Niek Schlepers eine Session darüber, wie eine der beliebtesten Navigations-Apps der Niederlande die Herausforderungen der Kampagnenmessung im KI-Zeitalter mithilfe von Server-side Tracking gemeistert hat.

Hier teilen wir, was wir auf der Bühne besprochen haben und was jede strategische Marketingperson daraus lernen kann.

Lynn van Eijk, Kampagnenmanagerin bei Flitsmeister, und Niek Schlepers, Leiter des Supports bei TAGGRS, halten den Vortrag auf der Webwinkel Vakdagen 2026

Das große Ganze: KI verändert das Online-Marketing

Texte, Visuals, Analyse-Tools... KI ist überall im Online-Marketing. Doch die Daten, die diese Systeme antreiben, sind oft fehlerhaft. Google, Meta und alle großen Werbeplattformen setzen zunehmend auf Machine Learning, um Kampagnen zu optimieren, von KI-gesteuertem Bidding bis hin zu dynamischer Creatives. Aber sie brauchen alle eines, um kein Werbebudget zu verschwenden: hochwertige Konversionssignale.

Auf der Bühne verwendeten wir ein einfaches Beispiel: KI ist wie ein leistungsstarker Motor, und Daten sind der Treibstoff. Ein größerer Motor mit schmutzigem Treibstoff wird keinen kleineren übertreffen, der sauber läuft.

Mehr Personalisierung, weniger Daten

Das Online-Marketing wird aktuell in zwei Richtungen gezogen.

Auf der einen Seite: Datenschutzgesetze, Browser und Nutzer, die einschränken, welche Daten gesammelt werden dürfen. DSGVO, Safari ITP, Firefox ETP, das Ende der Third-Party-Cookies und Cookie-Consent-Banner begrenzen das Tracking zunehmend. Auf der anderen Seite: Werbeplattformen, die mehr und präzisere Signale verlangen, um ihre Algorithmen zu trainieren.

Die Zahlen machen das Ausmaß deutlich:

  • Adblocker blockieren 2–10% des Trackings
  • Browserrestriktionen blockieren 5–10%
  • Cookiebanner-Ablehnungen blockieren bis zu 60%.
Grafik, die zeigt, wie viele Daten bei einer clientseitigen Konfiguration im Durchschnitt verloren gehen. Bis zu 60 % werden blockiert und erreichen kein Analysetool.

Gerade die letzte Zahl überrascht viele. In den Niederlanden – besonders bei mobilen Anwendungen wie Flitsmeister, ist der Anteil der Nutzer, die Cookies ablehnen, so hoch, dass Client-side Tracking allein große Lücken in den Daten hinterlässt.

Das führt zu einem realen Spannungsfeld, das jedes Performance-Team spürt: Wir müssen Erlebnisse stärker personalisieren, aber haben gleichzeitig weniger Daten zur Verfügung.

Die Unternehmen, die 2026 im Performance Marketing vorne liegen, sind die, deren KI-Systeme mit besseren Daten trainiert werden. Der Weg dorthin führt über Server-side Tracking, First-Party-Data-Strategien und datenschutzkonforme Messinfrastrukturen, das sind keine rein technischen Themen mehr, sondern entscheidende Erfolgsfaktoren.

Praxisbeispiel: Wie Flitsmeister die Dateneinbußen minimierte

Flitsmeister ist eine der meistgenutzten Navigations- und Verkehrs-Apps der Niederlande, mit Millionen aktiver mobiler Nutzer. Das Kampagnenteam stand vor einem klaren Problem: Die Performance ihrer In-App-Kampagnen wurde aufgrund begrenztem Client-side Trackings, bedingt durch mobile Consent-Ablehnungen und Browserbeschränkungen, ungenau gemessen.

Gemeinsam erklärten wir auf der Bühne, wie das Team das gelöst hat: eine sechsmonatige Implementierung rund um eine Firebase-zu-TAGGRS-Server-Pipeline, die saubere First-Party-Daten vollständig Server-seitig an Google Analytics, Meta und Google Ads überträgt.

Neugierig, wie Server-side Tracking in mobilen Apps funktioniert?

Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigte klare, messbare Verbesserungen:

  • +6,5% mehr erfasste Seitenaufrufe
  • +8,0% mehr Add-to-Cart-Events
  • +3,1% mehr erfasste Käufe

Das bedeutet nicht mehr Nutzer, sondern zurückgewonnene Signale: Daten, die immer schon vorhanden waren, aber verloren gingen. Wenn diese Signale dann in Metas Conversion API oder Googles Enhanced Conversions eingespeist werden, kann das langfristig deutliche Verbesserungen bei Gebotsstrategien und Zielgruppenqualität bewirken.

taggrs flitsmeister data quality

Drei zentrale Erkenntnisse

1. Datenschutzanforderungen unterscheiden sich stark je nach Unternehmen

Für eine Verbraucher-App wie Flitsmeister ist Datenschutz ein Kernbestandteil des Markenvertrauens. Nutzer teilen ihre Standortdaten – verantwortungsvoller Umgang damit ist unverzichtbar. Server-side Tracking hilft dabei: Es ist DSGVO-konform und gibt volle Kontrolle darüber, welche Daten deine Umgebung verlassen. Personenbezogene Daten können vor der Weitergabe gehasht oder anonymisiertwerden.

2. Infrastruktur wird oft unterschätzt

Die größten Verzögerungen im Flitsmeister-Projekt hatten nichts mit dem Tracking an sich, sondern mit der Infrastruktur zu tun: Data Layer, Event-Schemas, Firebase-Konfigurationen und Einbindungen ins Consent Management System mussten alle aufeinander abgestimmt werden. Plane für diese Phase deutlich mehr Zeit ein, als du denkst.

3. Performance-Gewinne zeigen sich nicht sofort

Algorithmen müssen zuerst lernen. Bessere Daten führen nicht über Nacht zu besserem ROAS. Verbesserungen zeigen sich meist nach einigen Wochen oder Monaten, wenn Modelle neu trainiert und Bidding-Strategien angepasst wurden. Wer sofortige Resultate verspricht, übertreibt.

Was du jetzt tun kannst

Wenn der Flitsmeister-Case deiner Situation ähnelt, hier ein paar praxisnahe Startpunkte:

  1. Analysiere dein aktuelles Tracking-Defizit. Vergleiche Eventzahlen von Server-side und Client-side. Wenn du noch kein Server-side Setup hast, nutze deine Consent-Ablehnungsraten als Richtwert.
  2. Starte mit einem klaren Ziel. Implementiere Server-side Tracking nicht als IT-Projekt, sondern mit einer klaren Business-Frage: Welche Conversions entgehen dir aktuell und was würde es für deine Kampagnen bedeuten, wenn du sie messen könntest?
  3. Teste und validiere vor der Optimierung. Datenqualität kommt vor Datennutzung. Plane eine Validierungsphase ein, bevor du die Server-seitigen Daten mit Werbeplattformen verbindest.

Über die Bühne hinaus: Webwinkel Vakdagen 2026

Während der WWV führten wir Gespräche mit Partnern, Wettbewerbern und Besucherinnen und Besuchern, die TAGGRS noch nicht kannten. Hier unsere wichtigsten Eindrücke:

Das Bewusstsein für Server-side Tracking wächst, aber ungleichmäßig. Agenturen und datenaffine Inhouse-Teams stellen bereits die richtigen Fragen. Viele Marken glauben jedoch noch, dass ihr GTM-Setup alles wie früher misst. Das stimmt nicht mehr.

Das Gespräch über Cookiebanner ist deutlich reifer. Die Teilnehmer der WWV 2026 zeigten ein viel besseres Verständnis von Consent als in früheren Jahren. Die Frage lautet nicht mehr „Brauchen wir ein Cookiebanner?“ sondern „Wie minimieren wir Datenverluste und respektieren gleichzeitig die Zustimmung?“ Genau das ist das Kernproblem, das Server-side Tracking löst.

judith koster wwv 2026
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Wir werden 2026 weiterhin auf Events wie den Webwinkel Vakdagen präsent sein und weitere Praxisbeispiele wie das von Flitsmeister veröffentlichen, um zu zeigen, was wirklich möglich ist.
Wenn du erfahren möchtest, was Server-side Tracking für dein Setup bedeuten kann, melde dich gern bei uns.

Happy tagging!

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